30 Jahre Ehe-, Familien- und Lebensberatung
im Bistum Dresden-Meißen

  
Dr. Hansi-Christiane Merkel

Geschichte und Würdigung der Beratungsstelle

    Einleitung

Was gibt es zu sagen, wenn unsere Beratungsstelle erst vor 5 Jahren ihr 25-jähriges Jubiläum gefeiert hat und scheinbar alles gesagt ist?
Was kann man als Repräsentantin einer katholische Beratungsstelle sagen, wenn man ganze 30 Jahre alt wird und die gesamte Kirche als unser Träger und unsere Institution aber über 2000 Jahre alt ist.
Was kann man sagen, wenn man als Leiterin einer Beratungsstelle so jung im Amt, dass alle Teammitglieder vor ihr da waren und fast alles, was vorhanden ist, das Ergebnis und das Bemühen der VorgängerInnen ist?
Was gibt es Bedeutungsvolles zu sagen und zu berichten von uns, jetzt, heute, nach 2000 Jahren Kirchengeschichte, nach 5 Jahren Entfernt-Sein vom letzten Jubiläum und nach 11/2 Jahren meines Leiterinnen-Seins?
Es gibt Einiges zu sagen:
Wir sind da, wir werden getragen von der Institution Katholische Kirche und wir tun seit 30 Jahren eine wichtige Arbeit und wir halten es auch für eine wichtige Sache, ein Jubiläum zu feiern. Dieses Jubiläum soll den thematischen Aspekt "Öffnung" haben und wir wollen dabei in 4 Richtungen schauen:
  1. Wohin wollen wir uns öffnen; was bedeutet für uns Öffnung?
  2. Unsere Geschichte - nach vorne offen
  3. Wer sind wir? Wie können wir uns als Team von BeraterInnen transparent machen. Was gibt es aus unserer Gegenwart zu veröffentlichen?
  4. Welche Öffnungen sehen wir in der Zukunft und welche erhoffen wir uns?

1. Was bedeutet für uns Öffnung?

Sie alle habe unsere Einladung erhalten, eine Einladung, die ein Haus und gleichzeitig eine Tür zeigt und symbolisiert und mit dem Lied der Pudhys versehen ist:

Türen öffnen sich zur Stadt
Wo es viele Straßen hat
Nicht jede ist leicht zu spazieren
Jede wird Dich ein Stück vorwärts führen
Tiefer ins Leben hinein.

Fenster blicken weit hinaus
Straßen rufen Dich vors Haus
So lass Dich von Ihnen verführen
Alle wollen Deine Schritte spüren
Tiefer ins Leben hinein...

Als Bild haben wir uns mit der Einladung und hier vor Ort eine Tür gesucht und das als thematischen Schwerpunkt unserer Feier ausgewählt. Was geschieht mit einer Tür? Sie wird geöffnet und wird geschlossen. Menschen gehen ein und aus. Menschen tragen etwas hinein und hinaus...
Wir vollziehen hier und heute so etwas wie eine Ausgleichsbewegung zu unserem beraterischen Tun: Denn Beratung findet hinter verschlossenen Türen (bei uns sogar hinter gepolsterten Türen) statt. Dies markiert einen Raum des Schutzes, der Verschwiegenheit und auch Vertrautheit. Ohne diese verschlossene Tür gäbe es psychologische Beratung nicht. Kein Mensch würde sich uns mit seinen Problemen anvertrauen, bestünde die Gefahr, dass auch nur ein Quäntchen davon an die Öffentlichkeit geriete. Anonymität und Schweigeverpflichtung sind deshalb die ersten und wichtigsten Garantien, die wir unseren KlientInnen geben.

Das hat aber auch eine Kehrseite. Diese besteht in den Fragen: Was geschieht hinter diesen Türen? Wie wird dort beraten? Kann man das kontrollieren? Kann man garantieren, dass da keine Scharlatanerie geschieht, dass dort professionell und fachlich gut gehandelt wird? Und darf man überhaupt (neugierige) Fragen stellen?

Bischof Spital aus Trier beschrieb diese Mischung aus Wissen und verantworteter Ungewissheit in einem Referat zum Thema "Kirchliche Beratung im Spannungsfeld von Seelsorge und Kirche in der heutigen Welt" folgendermaßen:
"...Alle Beratungstätigkeit vollzieht sich in einem Vertrauensraum. Da die jeweils zu bearbeitende Problematik höchst individuell ist und eben des Vertrauensschutzes bedarf, kann es keine unmittelbare Einflussnahme auf das Beratungsgeschehen durch die amtliche kirchliche Seelsorge geben. Das macht uns Bischöfen - wir wollen uns das ganz offen eingestehen - manchmal Schwierigkeiten. Wir tragen auf der einen Seite die letzte Verantwortung und können auf der anderen Seite kaum zuverlässig wissen, was denn in der Beratung geschieht. Hier ist Vertrauen notwendig; das sollten wir uns klar eingestehen, und wir sollten dazu ja sagen..."

Deshalb aber auch das Thema Öffnung. Wenn wir nun nicht die Inhalte transparent machen wollen und dürfen, dann doch wenigstens aber darüber sprechen
  1. wie wir unsere Arbeit mit den Ratsuchenden verstehen
  2. wie wir Fachlichkeit und Professionalität entwickeln, fördern und erhalten
  3. wie wir uns vernetzen mit anderen Beratungsstellen und kirchlichen und sozialen Stellen - einer größeren Kompetenz und Wirksamkeit wegen

2. Unsere Geschichte - nach vorne offen

Geschlossen haben wir uns sehr lange erlebt. Das hat, so vermute ich, mit der Gründung zu DDR-Zeiten zu tun. Was war 1972 für eine Zeit? In welcher Situation standen damals katholische Kirche und psychologische Beratung? Ich will ein paar Ereignisse aus diesem Jahr 1972 nennen:

Weltweit:
  • Salt-Abkommen zwischen USA und UdSSR, das die Begrenzung der strategischen Rüstung einläutet.
  • Richard Nixon besucht als erster US-Präsident China und die UdSSR
  • Erste UNO-Konferenz zu Umweltfragen in Stockholm
  • Der Club of Rome veröffentlicht sein erstes Werk "Die Grenzen des Wachstums"
Deutschland - BRD:
  • Heinrich Böll erhält den Literaturnobelpreis
  • Misstrauensantrag gegen und Wiederwahl des Bundeskanzlers Willy Brandt
Deutschland - DDR:
  • 1. Jahr nach Rücktritt Ulbrichts / Erich Honnecker ist Staatsratsvorsitzender
  • Die Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbruch wird beschlossen und damit die Abtreibung bis zum 3. Monat legalisiert
  • Sozialpolitische Maßnahmen werden beschlossen, die die Lage der berufstätigen Frauen, der Familien und der Rentner verbessern
  • Die DDR beschließt eine umfassende Amnestie der politischen und kriminellen Straftäter.
Beide deutsche Staaten:
  • Abschluss des ersten Staatsvertrages zwischen beiden dt. Staaten und damit Anerkennung der Gleichberechtigung beider - mit Folge vieler entspannender Maßnahmen
Dresden:
  • Das St.-Marien-Krankenhaus erhält die Ambulanzgenehmigung für die Fachrichtungen Neurologie/Psychiatrie

Das sind lediglich Blitzlichter aus der Geschichte. Was haben sie Gemeinsames? Ich schaue noch einmal zu dem Lied der Pudhys: "Türen öffnen sich zur Stadt" wurde 1971 geschrieben und war das erste deutschsprachige Lied in der Rockmusik in Deutschland. Wesentlich erscheint mir auch der Inhalt. Ganz sicher ordnet es sich in das o.g. Zeitgeschehen ein und erhält so eine Zeitbedeutung.
Es thematisierte - vielleicht erstmalig - in abstrakter und verdeckter wie konkreter Form den Wunsch und die - vielleicht geschichtliche - Notwendigkeit der Öffnung, der zunehmenden Offenheit. Es besingt offensichtlich auch eine Art Wende, wie sie aus der Geschichte der beiden deutschen Staaten und weltweit deutlich wird. Die Zeit des Sich-Abschließens, des Sich-im-geschützten-Raum-Entwickelns ist offensichtlich vorbei. Grenzen werden sichtbar und schmerzhaft spürbar, wenn nicht Öffnung passiert. Wenn auch dieser Wunsch nach Öffnung noch viele Jahre hart - besonders in der DDR - um(be-)kämpft wurde, so sind die Zeichen doch deutlich vernehmbar und Entwicklung spürbar.

Der Trend der Zeit ist also Entspannung, die Tendenz der Befriedung scheinbar unüberwindbarer Gegensätze, die Zulassung des Gedankens der Anerkennung auch anderer Denkweisen und Positionen - alles das, was wir auch in der Beratung von Paaren anstreben, wenn sie an ihre Grenzen gekommen sind.

Vor diesem Hintergrund wird uns einerseits deutlich, das die Gründung einer katholischen Beratungsstelle in der DDR auch etwas mit Entspannung, mit Öffnung zu tun hat.
Andererseits wissen die meisten von uns, was geschlossene Türen für eine Beratungsstelle in kirchlicher Trägerschaft in der DDR bedeutet haben muss. Es bedeutete, dass ein Raum markiert wurde, in den die Überwachungsgesellschaft keinen freien Eintritt hatte und durch welchen der Argwohn und die Überwachungsbegehrlichkeit besonders gesteigert wurde. Der Schutz der Ratsuchenden bekam eine noch größere, heute scheinbar überwertige Bedeutung.
Bei all dem Nachdenken wurde mir deutlich, welches Erbe wir in uns haben, welche Ambivalenzen wir mit uns tragen: welchen Wert es hat, Türen zuzuhalten und welchen Wert es hat, sie zu öffnen und sich offen zu zeigen. Heute soll jedoch vor allem die eine, weniger geübte Seite eine Rolle spielen.

Was gibt es zu unserer Geschichte zu veröffentlichen?

Frau Dr. Blazek, meine Vorgängerin im Amt der Leiterin, hat vor 5 Jahren die Geschichte der Eheberatung in Dresden beleuchtet und unsere Beratungsstelle dort hineingeordnet. (Ihren Vortrag gibt es schriftlich und diese Geschichte ist dort nachzulesen - zum Beispiel auch auf unserer Internetseite.) Ich habe es als eine aufregende Erkenntnis empfunden zu lesen, dass die erste EheBeratungsstelle Deutschlands in Dresden 1911 entstand. Hier hat die Stadt Dresden geschichtlich einen besonderen Bonus bei uns, die wir uns damit - wenn auch unbegründeterweise - recht stolz fühlen. Wir hoffen natürlich auch sehr, dass die Dresdner Verantwortlichen sich dieser Tradition immer bewusst sind.

Bis zur Gründung der Dresdner Beratungsstelle der katholischen Kirche ist es von 1911 an ein noch langer Weg. Es gibt Vorläufer und Vorboten. Eine der "Vorarbeiterinnen" für unsere BERATUNGSSTELLE sitzt heute unter uns: Es ist Frau Christa Milde.

Frau Milde hatte schon 1966 im Rahmen der Caritas die Aufgabe übernommen, eine "Katholische Eheberatung" in Dresden anzubieten. Sie umfasste eine dreistündigen Sprechzeit auf der Schweriner Straße und bestand 2 Jahre - bis 1968. Diese Stelle verstand sich als Vermittlerin von Ratsuchenden an entsprechende kirchliche und medizinische Einrichtungen. Sie wurde nicht so gut angenommen, als dass man sie unbedingt fortführen musste; aber man war "dran" zu erspüren, was notwendig war. Nicht die Vermittlung wurde gesucht und erwartet, sondern nach Orten gesucht, die die Problemlagen aufnehmen und konkret bearbeiten konnten. Dazu bedurfte es geschulter Fachkräfte.

1969 fand im ostdeutschen Raum (Berlin) eine erste Ausbildung für Eheberater statt. Unser Kollege Erwin Heretsch begann damals seine Ausbildung. Dies und Vieles, auch viele persönliche Interventionen, arbeiteten darauf hin, eine Beratungsstelle zu gründen.

Erlauben Sie mir, einmal die Geschichte der Beratungsstelle im Bild der Lebensgeschichte eines Menschen zu betrachten. Ich habe die Entwicklung markiert mit
  • Geburt
  • Nachgeburtliche Entwicklung
  • Schuleinführung / Erstkommunion
  • Pubertät
  • Erwachsen-Werden
  • Erwachsen Sein

Geburt (1972)

Die Geburt ist das Ereignis, an dass man sich ab und an erinnern sollte. Es ist das Ereignis in unserem Leben, bei dem Schmerzen und Freude in engster Verbindung stehen. Schmerzen haben bei der Entstehung unserer Beratungsstelle sicher diese Fragen bereitet:
  • Wer soll das bezahlen?
  • Wo kann dieses Kind strukturell und wirklich seinen Platz finden?
  • Wer soll Leiter oder Leiterin sein bis hin zur Frage:
  • Ist das Kind auch wirklich annehmbar? Darf es sein wie es ist und hat es vor den Augen der Eltern und der ganzen Welt auch eine Daseinsberechtigung? Was heißt: Wollen wir es als Kirche auch wirklich? Was bedeutet es, Psychologie und psychologische Beratung im Kontext der DDR-Ideologie institutionell zu betreiben?
Vielleicht ist die Freude über die Geburt bei all diesem Nachfragen auch etwas ausgeblieben, denn die Archive berichten nicht von einer feierlichen Eröffnung oder einer Kindstaufe. Das Kind wurde zwar durchaus geliebt und mit Freude betrachtet, aber gleichzeitig auch sehr argwöhnisch behandelt. Immerhin ist der Haushalt für die Beratungsstelle im Dezember 1972 erstmals bestätigt worden. 10.676,- Mark Bistumszuschuss wurden damals bewilligt. Norbert Peikert wurde erster Leiter der Beratungsstelle und blieb auch noch lange Jahre einziger Berater und sein eigener Organisator.

Die Nachgeburtliche Entwicklung (1972 - 1978)

ist die Zeit, in der die Charakterstrukturen, die psychische Strukturiertheit eines Menschen geprägt werden. Nun werden wir unsere Beratungsstelle nicht als schizoid, narzistisch, depressiv, zwanghaft oder hysteroid benennen wollen, je nachdem wie die orale oder anale Entwicklung im ersten bis 6. Lebensjahr verlaufen ist. Ich will eher andeuten, dass die ersten Jahre mit Sicherheit sehr hochsensibel für die Entwicklung waren. 1972 bis 1975 war der interne Austausch mit der Mutter (Kirche) dran und vielleicht darf man auch die Frage stellen, wie die Triangulierung mit dem Vater (hier meine ich die äußere Gesellschaft, den bis dato entfernteren Elternteil) gelungen ist?

Waren es die positiven Erfahrungen mit dem ersten Kind in Dresden, das schon vier Jahre jetzt war, waren es der allgemeine Trend zur Vergrößerung der Familie der BERATUNGSSTELLE - 1976 jedenfalls wurde in einem Brief des Bischöflichen Ordinariats Berlin an die Berliner Ordinarienkonferenz unter Leitung von Herrn Kardinal Bengsch (23.03.1976) die "Errichtung von Eheberatungsstellen in den Jurisdiktionsbezirken der DDR" vorgeschlagen. Die Beratungsstelle bekam nun auch im Bistum Meißen Geschwister. 1976 wurde die Leipziger Beratungsstelle gegründet. Wichtig war wohl, dass man nun auch die - wie sagt man: Erstausstattung der Babies - auflistete:
Die Beratungsstellen - Babies sollten ausgestattet sein mit:
- Eheberatern im Honorarverhältnis
- geeigneten Räumen
- mit einem Leiter oder einer Leiterin
- mit Weiterbildungsplanung und Supervision
Das war unser Kind ja nun etwas zu kurz gekommen, wie das eben so ist - bei jungen und wenig erfahrenen Eltern. Trotzdem wird gerade aus den 70er Jahren von einer Fülle von Ratsuchenden berichtet, die von dem damaligen Leiter Herrn Norbert Peikert, beraten wurden.
Es sieht aber sehr nach Familienplanung aus, wenn man sich die Ausbildungsgänge für Eheberatung anschaut: 1969, 1971 und 1974 begannen jeweils Ausbildungen in Berlin. 1978 wird im Jahresbericht der Beratungsstelle überlegt "in welcher Weise weitere Mitarbeiter in diese Aufgabe (Eheberatung) einbezogen werden" sollten.

Schuleinführung/Erstkommunion (1979 - 1983)

Ist die Zeit, in der es enorme Wissenszuwächse für das Kind gibt und diese auch außerhalb der Familie notwendig werden. Es ist die Zeit von 1979 - 1983.
1983 treten die Richtlinien der Katholischen Ehe-, Familien und Lebensberatung des Bistums in Kraft (30.10.1983)
1984 wird Bautzen / Schirgiswalde als Außenstelle zu Dresden angegliedert, insbesondere, um Unterstützung und Rechtsschutz zu gewähren. Dort sind die BeraterInnen Frau Schlenkrich und Herr Heretsch tätig geworden - und sind es heute noch!
1983 bis 1985 wurden erstmalig Ausbilder für die BeraterInnen-Ausbildung in den Bistümern auf DDR-Territorium geschult. Welch ein Aufschwung, welche Bedeutung und Tragweite!

Pubertät (1985 - 1990) - die Beratungsstelle gewinnt an Eigenständigkeit

Unsere eigene Pubertät haben wir alle in zwiespältiger Erinnerung. Es ist die heftige Infragestellung der eigenen Person, die sich aber gleichzeitig und auch noch aktiv in die Welt als eigenständige Person einordnen muss. Aufbruch und Zerrissenheit, Wunsch nach Gebundensein und individuelle Autonomie sind einige der Gefühlspole dieser Entwicklungszeit. 1985 begann der erste Ausbildungskurs für katholische Eheberater, der regional organisiert war, d.h. auch erstmals mit eigenem Fachpersonal aus der DDR. Zuvor - 1983 bis 1985 - war ja eigens dafür und erstmalig der Ausbildungsgang für SupervisorInnen in Berlin geschaffen worden.
Aus der Diözese Meißen waren damals 15 Frauen und Männer zur Ausbildung angetreten. 8 davon arbeiten heute noch in den Beratungsstellen Dresden, Chemnitz und Leipzig. Aus diesem Kurs sind Frau Ulrike Horwath und Herr Christian Wiesmann heute noch in unserer Beratungsstelle tätig.
Eigenständigwerden, weg von der elterlichen Versorgung, der Bemutterung - wenigstens erst mal von der der Großmutter (westliche Ausbildungskräfte) - war das Ziel für die Beratungsstelle in Dresden. Das brachte eine Menge Selbstbewusstsein mit sich, aber auch viele Auseinandersetzungen; schließlich musste die Mutter die Kreativität und den Selbstbehauptungswille ihres Kindes anerkennen und geeignete Räume und Bedingungen zur Verfügung stellen. Seitdem gab es Räume auf der Borsbergstraße und endlich eine Sekretärin, Frau Rabe.
Die Beratungsstelle brauchte dringend Verstärkung durch Fachpersonal. Dieses brachte aber auch eine Vielzahl neuer Persönlichkeiten mit entsprechendem Eigensinn ins Spiel.
Neue, herausfordernde Aufgaben machten dem jugendlichen Pubertieren ein jähes Ende. Es kam die Wende und die Beratungsstelle sah sich mit neuen Aufgaben konfrontiert, denen sie sich aber mutig und inzwischen selbstbewusst stellte.

Erwachsen-Werden (1990 - 1997)

Wenn wir jenseits von 18 Jahren alt sind, haben wir eine große Aufgabe: uns einen beruflichen Platz zu suchen. Familiengründung ist angesagt, Bildung, Ausbildung und die endgültige Entscheidung für einen Beruf.
Für unsere Beratungsstelle ist es gleichzeitig die Wende- und Nachwendezeit. Endlich ist auch der freie Zugang zu jeglicher (Fach-)Literatur und Ausbildung eröffnet. Endlich können wir reisen und damit auch sehen und uns austauschen, wie es andere kirchliche Beratungsstelle im Westen machen.

Neues Klientel und neue Beratungsthemen werden offensichtlich.

Die Wende wird nicht nur als Freude, sondern - im Extremfall - als Lebenskatastrophe empfunden. Auch die Verstrickungen mit der DDR-Ideologie gelangen in die Beratungsstelle. Dazwischen liegt die gesamte Komplexität der Lebenslagen, in die Menschen nach der und durch die Wende kommen können... Bei all dem werden die sonstigen Lebensprobleme nicht geringer.
Frau Barbara Heider, die damalige Fachreferentin für Beratung im Bistum und Leiterin der Leipziger Beratungsstelle, Frau Barbara Heider, veröffentlichte 1999 einen Artikel mit dem Thema "Der Mauerfall. Auswirkungen auf die Beratung" und schilderte die intensive Auseinandersetzung des BeraterInnenkollegiums der Kath. Beratungsstelle mit den veränderten Bedingungen und Inhalten. Die Liste der Veränderungen, die die Beratungsarbeit betreffen, ist beträchtlich.
Die ersten Trennungen stehen an. Die Beratungsstelle muss mit Verlusten und Abschieden leben lernen, sie verarbeiten lernen. Auch das gehört zum Erwachsen-Werden.
1991 verlässt Norbert Peikert die Stelle. 19 Jahre hat er sie hauptamtlich geleitet.
Andere BeraterInnnen können die Beratungsarbeit nicht mehr mir ihrer beruflichen Arbeit vereinbaren und verabschieden sich vom Beratungsstellen-Team. Das sind schwer zu verkraftende Ereignisse und hinterlassen Wunden und Narben. Glücklicherweise sind sie nicht eher passiert, denn jetzt hat die Beratungsstelle und die älter werdende Familie die zunehmende Reife, damit umzugehen.

Erwachsen-Sein (1998 - jetzt)

Glücklicherweise werden wir erst 30 Jahre und so muss ich die Krise der Lebensmitte noch nicht ins bildliche Spiel bringen. Allerdings wird eine Krise um so besser zu meistern sein, in welchem Maße sie bewusst in den Blick genommen wird und die Fragen gestellt werden dürfen: Was kann Bestand haben im Beratungsstellen-Leben; was muss noch hinzukommen. Was muss und darf ich loslassen oder hinter mir lassen?
Kennzeichen des Erwachsenenseins ist auch, dass Konflikte und Probleme selbständig gelöst oder aus eigenen Kräften angegangen werden.

Wieder stand eine Trennung an. 2000 verließ Frau Dr. Schreiber, heute Frau Dr. Blazek als Leiterin die Beratungsstelle. Diesmal war die - erwachsene - Beratungsstelle besser in der Lage, den Verlust zu verarbeiten. Ich, Frau Dr. Merkel, wurde als neue Leiterin eingestellt - auch mit Neuem kann die Beratungsstelle jetzt konstruktiv umgehen.

Mit dem Erwachsenwerden zeigten und entwickelten sich auch neue Kompetenzen der Beratungsstelle. Sie war sehr lernwillig, zeigte sich nie mit Erreichtem zufrieden und nahm es mit Fort-, Weiter- und Ausbildungen sehr ernst. Herr Christian Wiesmann beendete 1997 seine Supervisionsausbildung und ich kam mit meiner Ausbildung 2001 als Supervisorin zum Team dazu. Damit wurde es möglich, das die Beratungsstelle eine weitere Form von Beratung anbieten kann, nämlich die für den beruflichen Bereich.
Damit kann zum einen der innerkirchliche Bedarf an Supervision für andere Berufsgruppen (z.B. GemeindereferentInnen) oder für Auszubildende (Priesteramtskandidaten und GemeindereferentInnen) decken, andererseits nach außen hin ein erweitertes Beratungsspektrum anbieten. Das stellt wiederum eine Öffnung dar - auch zu Institutionen nichtkirchlicher oder anderskonfessioneller Träger hin.

2001 wird die 2. Tochter geboren - die Außenstelle in Bautzen. Die Beratungsstelle ist glücklich, ist doch das Kind in der Region Bautzen gern gesehen und angenommen.

2002 gönnte und kaufte sich die Beratungsstelle ein neues Kleid, nein eigentlich ein neues Outfit. Als gestandene Person wollte sie nun auch gestanden an die Öffentlichkeit treten. 3 Räume wurden aufwendig renoviert, rekonstruiert und werterhalten. Es ist in ebendiesem Haus, dass sie auf unserer Einladung sehen.

3. Wer sind wir? - Was gibt es aus unserer Gegenwart zu veröffentlichen?

Wir sind das Team der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Dresden im Bistum Dresden Meißen. Die Teammitglieder werden sich Ihnen zunächst selbst - in der Reihenfolge ihres "Dienstalters" - vorstellen: Um in unserem Bild und bei unserem Thema zu bleiben:

Lassen Sie uns einmal vor die Tür treten und uns zeigen. Und wenn wir einmal bei Requisiten sind... einige bringen auch etwas mit.
Herr Heretsch - der reisende Berater - kommt mit Bauchladen, in dem sind Hoffnungs-Lose (Gefängnisarbeit)
Frau Horwath - kommt als Litfasssäule
Herr Wiesmann - kommt mit Rucksack, Dreibein, Wurzel und Wippe
Frau Tammer
Frau Riedel
Frau Dr. Leider
Frau Dr. Merkel - kommt mit einem Kürbis

Was gibt es sonst noch über unser Team und unsere Beratungsstelle zu sagen:

Wir repräsentieren eine Beratungsstelle im Bistum Dresden-Meißen. Unser Träger ist das bischöfliche Ordinariat und unser oberster Dienstherr ist Bischof Joachim Reinelt.
Weitere EFL- Beratungsstelle in katholischer Trägerschaft gibt es in Leipzig und in Chemnitz. Frau Ritz und Herr Groß sind ihre LeiterInnen.
Wir haben 11/2 Stellen für hauptamtliche BeraterInnnen und eine Sekretärinnenstelle mit 32 Stunden AZ/Woche. Übers Jahr verteilt werden zusätzlich 800 Beratungsstunden honoriert, in die sich 4 Honorarkräfte teilen.
So ist unsere Struktur.

Was macht aber das Besondere an dieser Trägerschaft aus? Wie sehen wir uns selbst?
Und hier beginnt ein Thema, das nicht einfach auf den Punkt zu bringen ist.

Unser Supervisor für Paarberatung, Herr Martin Koschorke aus Berlin, hat sich der Frage einmal gestellt: Wie christlich ist Beratung? Er findet eine schöne Parallele zwischen Elementen christlicher Glaubenstradition und Elementen der (christlichen) Beratungsarbeit. Der Apostel Paulus preist in seinem 1 Korintherbrief 13, 12ff die Grundlagen des Erkennens: Glaube, Liebe und Hoffnung. Und wir finden das als Zutrauen, Zuwendung und Zuversicht in unserer Arbeit mit den KlientInnen wieder.
Überhaupt ist wohl Liebe die wichtigste Eigenschaft, die ein Berater, eine Beraterin mitbringen muss, ergänzt durch methodisches Werkzeug - und Humor. (So gehen die schnellen Definitionen.) Aber deutlich wird, dass es eine tiefe Wurzel gibt: die Liebe Christi und die Erfahrung der bedingungslosen Annahme jedes Menschen in der göttlichen Liebe.

Und was macht nun das Katholische aus?
Für die Eheberatung ist es ganz sicher das ganz Besondere des Eheverständnisses. Die Ehe ist nicht ein juristischer Bund, eine Lebensform oder Steuersplitting, sondern ein Bund vor Gott, ein Sakrament. Es hat zur Folge, dass wir als Beraterinnen und Berater beauftragt sind und uns beauftragt sehen, Ehen zu erhalten. Es gibt eine Reihe von Seminaren, die Ehevorbereitung und Ehebegleitung als Inhalt haben. Aber nicht Erhaltung auf Biegen und Brechen und dies geht auch nicht gegen die juristische Praxis unserer Zeit, aber von der Grundhaltung her stimmt es. Es gibt Paare, die verlassen unsere Beratungsstelle auch mit der Entscheidung gegen ihre Ehe. Und dann muss auch so etwas wie eine Trennungsberatung geschehen. Aber auch dort hat sich unsere Arbeit auf die Erhaltung der Beziehung gerichtet. Immer ist die Beziehung das, wofür wir als Beraterinnen und Berater Lobby sind.
Nicht zuletzt wertet das katholische Verständnis vom Sakrament der Ehe auch unsere Arbeit als Beraterinnen und Berater auf.

Was wollen wir noch aus der Gegenwart veröffentlichen?

Die Stellwände zeigen es: Sie sehen Texte, die unsere Beratungs- und Seminararbeit illustrieren. Besonders empfehle ich ihnen den Text von Martha Sonntag: Hilft Eheberatung?

Etwas, was in einem hohen Maße gegenwärtig ist, sehen Sie auf der anderen Stellwand. Es sind einige (ausgedruckten) Seiten unserer Homepage.

Aktualität hat meiner Meinung nach nicht nur für die Fachlichkeit des Beratungspersonals eine Bedeutung. Aktualität wird heute vor allem durch die neuen Medien sichtbar. Wir haben uns in Dresden zusammen mit den katholischen Beratungsstellen des Bistums eine Internetseite gestalten lassen. Sie steht seit 10 Monaten im world wide web. Sie öffnet sich mittels unseres Logos, dem Ginkgo-Blatt, und führt die Interessierten und Suchenden auf Beratungsinhalte, unsere Adressen und das aktuelle Geschehen, sprich Seminare und Veranstaltungen, so auch die heutige Veranstaltung.
Traditionell befragen wir die Ratsuchenden, wie sie zu unserer Beratungsstelle gefunden haben. Es passiert des öfteren schon, dass sie sagen: übers Internet.

4. Welche Öffnungen sehen wir in der Zukunft und welche erhoffen wir uns?

An dieser Stelle seien die Dinge genannt, die wir uns wünschen, erhoffen, ausdenken oder entwickeln wollen. Auch Vorhaben und Träume sind damit gemeint.
Es ist das, was in den Beratungsstelle am seltensten gemacht wird - in die Zukunft geschaut.

Wir haben einen hohen Bedarf an Anerkennung und daran, in unseren Leistungen beachtet zu werden. Als ich mich mit dieser Beitrag befasste, hatte ich das Gefühl unbedingt sagen zu wollen: Beratung ist schwer. Und hat viel Schwere. Mit meiner lieben Kollegin und Supervisorin Frau Moser aus der Evang. Beratungsstelle reflektierten wir kürzlich die Beratungsarbeit als die schwerste Arbeit überhaupt. Nicht dass wir damit für Gehaltserhöhungen plädierten..., aber Feiern heißt Bewusstmachung und gerade auch dieses Aspektes.
Unsere Kollegin Horwath träumte im vergangenen Jahr einmal davon, im Ordinariat ein Plakat aufzuhängen, auf dem steht:
"Durch die Beratung ist vielen Menschen wieder die Sonne aufgegangen". Selbst wenn es uns nicht immer zurückgemeldet wird, ob eine Beratung nachhaltig Verbesserung der Beziehungen oder Lebensbewältigung erreichen konnte, sind wir doch sicher, dass es Veränderungen sind, die eintreten. "Türen öffnen sich zur Stadt" - auch für die KlientInnen.

"Türen öffnen sich zur Stadt" ist ein Stück Programm für uns. Wie wollen und werden Kontakte aufnehmen und sie pflegen, fachlich wie auch informativ. Das hat das Ziel, sich zu vernetzen und durch die Vernetzung die Kompetenz zu erhöhen und Ratsuchenden noch mehr Möglichkeiten der Hilfe, Therapie und Heilung zu eröffnen.
So weit, wie wir die Einladungen für dieses Fest verschickt haben, wünschen wir uns auch Kontakte, nicht zuletzt in die seelsorgerlichen Strukturen, aber auch hin zu ärztlichem, psychologischem, juristischem und sozialpädagogischem Fachpersonal. Krankenhäuser und Bildungshäuser sollen weiter unsere Anlaufstellen für Fragen, Informationen und Vermittlung sein.
Frauen- und Männerprojekte sollen uns bekannt und als ein erweitertes und spezialisiertes Angebot an Beratung gegenwärtig sein.
Nicht zuletzt stellen wir uns den Fragen neuer gesellschaftlicher Bedingungen und Gesetze. Das Gewaltschutzgesetz z.B., durch dass Frauen nicht mehr nur ins Frauenhaus geschickt werden, sondern gewalttätige Männer des Hauses verwiesen werden, verlangt nach Beratungsstellen, die auch ein Klientel aufnehmen, das im Normalfall nicht in die Beratungsstelle kommt.

Öffnung erwarten wir als erstes von uns selber. Wir sind es, die Kontakte suchen werden, uns aber auch bereithalten nach außen. Wir treten vor die Tür. Dieses Fest ist wieder ein Schritt dahin. Und wir gehen auch wieder hinter die gepolsterten Türen.

Und noch ein Letztes:
Durch die Lektüre dieses Buches ist mir klar geworden, dass unser reiches und umfassendes Wissen an Informationen und Erfahrungen als BeraterInnen sehr bei den Einzelnen oder im Team der Beratungsstelle bleiben. Das muss nicht so sein. Ich denke, dass wir uns Verfahren zugänglich machen, mit deren Hilfe die gesammelten Erfahrungen gebündelt und objektiviert werden können. Ein guter Anfang ist mit diesem Buch gemacht worden. Die Befassung mit Computer und PC-gestützten Verfahren der Statistik und Auswertung der Inhalte wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein. Dazu bedarf es eines hohen Maßes an Mut und Haltung gegenüber Neuem und die Bereitschaft zur Selbstevaluation und Qualitätskontrolle.

ABC der Beratung(beziehungs-)arbeit (Auszug)
B Die Bedürfnisse aller Beteiligten in all ihrer Besonderheit beachten
E Zu ernsthaften Einsichten einladen
R Räume für Ruhe schaffen
A Eine Atmosphäre der Achtung, der Anerkennung und der Akzeptanz aufbauen
T Den Tag leben und das Tagewerk prüfen
U Unterschiede unterstützen und über Unvollkommenheiten nicht unzufrieden sein
N Der Nähe zur Nachbarschaft nachspüren
G Gelingende Gemeinsamkeit genießen

Danksagung und Würdigung:

Mein und unser Dank geht zuerst an die Alt- und Jungvorderen, die Beratungsarbeit in Dresden und in unserer Kirche durchgesetzt und vorangebracht haben.

Insbesondere möchte ich an dieser Stelle Herrn Norbert Peikert nennen, der fast 20 Jahre lang einziger Berater der Dresdner Stelle und Leiter der Beratungsstelle, gleichzeitig aber auch Ausbilder neuer Beratergenerationen war. Seine vor allem konzeptionellen Verdienste konnte ich in der Kürze meines Beitrags nur andeuten, aber was ich berichtete, ist vor allem auch sein ganz persönliches Werk.

Ich danke meiner Vorgängerin Frau Dr. Annett Blazek, geb. Schreiber, Psychologin, die nach 11/2 Jahren Leitungsvakanz 1993 die Stelle übernahm und die schwierige Nachwendezeit meisterte.

Wir sind dankbar gegenüber den Verantwortlichen unserer Kirche, dem verstorbenen Bischof Gerhard Schaffran, nach dem dieser Saal benannt ist und dessen Porträt hier zu sehen ist. Ihm und den vielen, die ich nicht mehr persönlich kennengelernt habe Danke dafür, dass sie 1972 und davor die anstehende Öffnung gespürt und vollzogen und die Gründung unserer BERATUNGSSTELLE gefördert haben.

Wir danken allen, die bislang in der BeraterInnentätigkeit in unserer Dresdner BERATUNGSSTELLE gestanden haben - für ihren Mut, in DDR-Zeiten zu beraten und den Mut zu dem damals noch recht experimentellen Geschehen in der Beratungsarbeit. Einige von Ihnen sind heute unter uns.

Wir danken allen heutigen Verantwortlichen für die BERATUNGSSTELLE:

Insbesondere und zuerst nennen möchte ich unseren Leiter der Abteilung Pastoral, Herrn Ordinariatsrat Dr. Bernhard Dittrich, der mit sensibler Distanziertheit und viel offenem Ohr unsere Arbeit begleitet, unterstützt und hauptsächlich verantwortet. Manchmal beschweren Sie sich lächelnd über uns BeraterInnen, die oftmals mehr Befindlichkeit als Konstruktivität zeigen.(Das muss eine Berufskrankheit sein!) Aber dahinter höre ich doch immer Ihr Verstehen und Verständnis für die geleistete Arbeit.

Ich möchte auch nennen Frau Rosi Behr, die als Sekretärin der Abteilung Pastoral den heißen Draht zu uns herstellt und höchst zuverlässig heiß hält.

Wir möchten Ihnen, Herr Bischof Reinelt, sehr herzlich danken. Ich denke, Sie stecken in ebendiesem Dilemma des zitierten Bischof Spital aus Trier. Und Sie lassen uns (trotzdem) leben und arbeiten. Und ich möchte Sie aus einem ganz anderen Zusammenhang zitieren, nämlich aus Ihrer Predigt des vergangenen Sonntags. Sie plädierten mit der großen Kraft Ihrer Emotionalität dafür, in dieser Zeit der Marktorientierung "dem Zweckfreien Raum zu geben". Zwar ging es Ihnen in der Predigt um die rekonstruierte Silbermannorgel, die Sie festlich einweihten, aber Ihre Worte habe ich sehr schnell auch auf unsere Beratungsarbeit bezogen, denn die ist im marktwirtschaftlichem Sinne fast zweckfrei und überhaupt nicht marktfähig. Lieber Herr Bischof, für diese und ähnliche Worte bin ich Ihnen sehr dankbar.

Wir möchten der/m Vertreterin des Landes Sachsen bzw. des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit Herrn Michael Hannich danken. Wir sind uns dessen bewusst, dass keinesfalls jedes Bundesland für die Beratungsarbeit Geld gibt. Das es geschieht, verdanken wir Ihrem Verständnis und Ihrem Verstehen, was durch Beratungsarbeit geleistet wird. Richten Sie bitte auch Ihren Vorgesetzen unsere Grüße und Dankbarkeit aus.

Wir danken dem Vertreter der Stadt, Herrn Bürgermeister Tobias Kogge dafür, dass die Stadt ein so zuverlässiger Förderer unserer Beratungsstelle ist.
Ohne diese Zuwendungen für Miete und Personalkosten ist unsere Beratungsarbeit praktisch kaum möglich.

Mein ganz besonderer Dank aber gilt meinen Kolleginnen und Kollegen im Team:

Herrn Heretsch, Frau Horwath, Frau Dr. Blazek, Herrn Wiesmann, Frau Tammer, Frau Dr. Leider und unserer Sekretärin Frau Riedel,
die mit viel Motivation und Engagement die gemeinsame Arbeit tragen.

Ich wünsche Ihnen und uns ein gutes Miteinander in den nächsten 30 Jahren. Möge uns Gott behüten und geleiten.

 

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